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POLIOPLUS – FRAGEN UND ANTWORTEN

END POLIO NOW

           END POLIO NOWStand 24. November 2010 

Fragen und Antworten:

Das Programm PolioPlus und seine Partner.

 

Wer die Kinderlähmung weltweit besiegen will, braucht Partner.

Die Verbündeten, Rotary, die WHO, Unicef und die amerikanische Gesundheitsbehörde(CDC) können sich aufeinander verlassen.

Sie können darauf vertrauen, dass jeder Partner entschlossen ist, Polio endgültig zu besiegen. Dafür stehen auf unserer Seite 1,2 Mio. ehrenamtlich tätige Rotarierinnen und Rotarier.

Das Programm PolioPlus wurde vom Gesetzgebenden Rat von Rotary (CoL)beschlossen.

2004 und 2007 hat der CoL Anträge, das PolioPlus Programm zu beenden, in einer Abstimmung mit ganz überwältigender Mehrheit abgelehnt. Die Mehrheit der Clubs weltweit vertritt demzufolge die Auffassung, man darf das Vertrauen in Rotary nicht enttäuschen, mehr als 850 Mio. US$ an Spenden nicht aufs Spiel setzen und die Polioländer so kurz vor dem Ziel nicht im Stich lassen. Vergessen wir nicht, dass sich auch die Bundesregierung mit einem Beitrag von 223 Mio. Euro beteiligt.

Warum brauchen wir eine weitere weltweite Spendenaktion, jetzt über insgesamt 200 Millionen US-Dollar?

99 Prozent unseres Versprechens: „Eine Welt ohne Polio“ sind eingelöst. Wir stehen kurz vor dem Ziel.

Allerdings ist das letzte Prozent dieser größten Gesundheitsaktion aller Zeiten besonders schwierig: In den vier Ländern Afghanistan, Pakistan, Indien und Nigeria, in denen Polio noch grassiert, herrschen schwierige Bedingungen (fehlende Infrastruktur, politische Instabilität, kulturell-religiöse Vorbehalte). Nur ein Beispiel: Im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh werden jedes Jahr fünf Millionen(!) Kinder geboren, die alle zuverlässig geimpft werden müssen. Ein enormer Aufwand, der nur mit konzentrierten Massenimpfungen (National Immunization Days – NID`s) – nicht nur in den vier polio-endemischen Ländern – zu bewältigen ist.  

Das Geld dafür ist in jedem Fall gut angelegt, denn Rotary und die „Global Polio Eradication Initiative“ haben in den vergangenen Jahren sehr viel erreicht. Im Vergleich zu 1988 sind nicht mehr 125, sondern nur noch die vier genannten Länder Polio-endemisch. Statt 350.000 Fälle pro Jahr, sind es heute noch ca.1.600. Der Beitrag von Rotary mit mehr als 850 Millionen US-Dollar ist der größte Betrag, der von einer privaten Organisation aufgebracht wurde. Nur die US-Regierung hat mehr Mittel bereitgestellt.

Wofür wird das Geld konkret gebraucht?

Zunächst ein Wort zum Gesamtbedarf der Polio-Kampagne aus Sicht der WHO: Sie rechnet in den nächsten vier Jahren mit Kosten von insgesamt 2,14 Milliarden US-Dollar. Darin enthalten sind als größte Posten die Kosten für den Impfstoff, für Massenimpfungen (NID`s), Überwa-chungsmaßnahmen sowie den Ausbau des Labornetzes. Diese Mittel sind noch nicht gänzlich gesichert, die Finanzierungslücke für 2009/2010 beträgt 340 Millionen US-Dollar, ab 2011 fehlen 535 Millionen US-Dollar. 

Das Geld von Rotary Deutschland fließt nicht in einen allgemeinen Topf. Es kommt zurzeit rotarischen Projekten in den vier „Polio-Ländern“ zugute. Diese dienen u.a. der Information und Motivation der Eltern durch Plakate, Flyer und Werbespots, auch dem Transport von Impfstoff und Impfteams in die häufig schwer zugänglichen ländlichen Regionen und der Verbesserung der Überwachung im weltweiten Netz der Untersuchungslabors.  

Wie aufwendig solche Nationalen Impftage (NID) sind, zeigt ein Beispiel in Indien: 700.000 Impfstellen werden eingerichtet, an denen 1,17 Mio. Impfteams 255 Mio. Impfeinheiten austeilen, die in 2 Mio. Kühlboxen mit 6,3 Mio. Eispackungen verteilt werden müssen.. 200 Mio. Haushalte werden direkt aufgesucht. So konnten bei einem NID 172 Mio. Kinder geimpft werden.

Rotary´s 200 Millionen US-Dollar sind deshalb dringend erforderlich.

Ist das Ziel „Eine Welt ohne Polio“ überhaupt erreichbar?

Ja, sagen die Fachleute der Weltgesundheitsorganisation – ohne wenn und aber. Dr. Margaret Chan, die Generaldirektorin der WHO, hat auf der Rotary Convention 2008 in Los Angeles diesem Ziel oberste Priorität eingeräumt.

Warum beteiligt sich die Bill & Melinda Gates Foundation an Rotary´s Programm? 

Die Gates Foundation hat mit insgesamt 355 Millionen US-Dollar

(100 Mio. 2007,255 Mio. 2009) Rotary die bislang größte Einzelzuwendung gewährt, weil sie vom entschiedenen, zielorientierten weltweiten Einsatz von Rotary überzeugt ist. Sie will uns helfen und zugleich anspornen, unser Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Deshalb besteht die Herausforderung an Rotary, in den kommenden drei Jahren insgesamt 200 Millionen US-Dollar an Spenden aufzubringen. Sie vertraut auf das ehrenamtliche Engagement von 1,23 Mio. Mitgliedern von Rotary International.

Warum konnte das Polio-Virus bisher nicht ausgelöscht werden?

Weil wir wirklich alle Kinder dieser Welt impfen müssen, um die Infektionskette zuverlässig zu unterbrechen. Und wie gesagt: Das letzte Prozent ist nun mal das schwierigste.

Kann man denn einen Endzeitpunkt für das PolioPlus-Programm nennen?

Leider nein, aber deutliche Hoffnungszeichen signalisieren, dass der Erfolg zum Greifen nah ist. In Nigeria z.B. haben Religionsführer ihre lange geübte Ablehnung der Impfungen aufgegeben. Die Poliofälle gehen drastisch zurück. Das gilt für drei der polioendemischen Länder, nur in Pakistan ist, bedingt durch die Hochwasserkatasstrophe, die Zahl der Poliofälle nochmals angestiegen. Die politischen Führer verpflichteten sich, „alles Menschenmögliche zu tun“. In Indien z.B. geben bis zu 90.000 freiwillig tätige Rotarier bei den NID`s die größt-mögliche Gewähr, wirklich alle Kinder zu erreichen.

Die GPEI hat für die Unterbrechung derAnsteckungskette des wilden Poliovirus folgende“MILESTONES „beschlossen:

Bis Ende 2010:Erledigung der Poliofälle aus dem Jahr 2009

Bis Ende 2011:Erlöschen der Polioübertragung in mindestens zwei

der restlichen vier Polioländern.

Bis Ende 2012:Erlöschen der Polioübertragung auch in den

restlichen beiden Polioländer.

Unabhängige und strengste Kontrolle gibt Gewähr für die Erreichung dieses Ziels und notfalls sofortige Abhilfemaßnahmen.

Kann man sich beim derzeitigen Erfolg nicht auf reine Überwachung und Einsatz im Ernstfall beschränken? 

Nein! Was geschieht, wenn wir die Massenimpfungen aussetzen, zeigte sich in Nigeria. Nach der zeitweiligen Einstellung der NID`s waren innerhalb kurzer Zeit 22 Länder wieder von Polio verseucht. Auch bereits polio-frei zertifizierte Länder bleiben akut gefährdet, solange die Übertragungskette funktioniert, weil Routineimpfungen der Regierungen nicht überall flächendeckend durchgeführt werden. Dieses Risiko dürfen wir nicht in Kauf nehmen.

Studien der Harvard Medical Schoolbestätigen, dass die Aufwendungen für bloße Überwachung und Eingreifen im Ernstfall um ein Vielfaches höher sind als die Kosten für die Unterbrechung der Ansteckungskette. 

Warum kämpft Rotary noch immer an vorderster Front gegen Polio, wenn unser Versprechen schon zu 99 Prozent erfüllt ist?

Rotary hat eine Welt ohne Polio versprochen. Dieses Versprechen wollen wir auch halten.

Wenn Rotary sich jetzt zurückzieht, sind Ansehen, Vertrauen,

mehr als 850 Mio. US-Dollar an Spendengeldern und 99 Prozent Erfolg verloren.

Wer überwacht den ordnungsgemäßen Einsatz der Spenden?

 Zum einen sind bei den Nationalen Impftagen neben den Fachleuten unserer Partner zahllose freiwillig tätige Rotarier im Einsatz. Zum anderen erhält der Rotary Deutschland Gemeindienst e.V. (RDG) in Düsseldorf von den Verantwortlichen Dokumente über den Einsatz unserer Spenden. Über diese Projekte berichtet der RDG bei der jährlichen Vertreterversammlung.

Welche Spenden werden von Rotariern erwartet?
Jeder Rotarier soll bis zum 30. Juni 2012 durchschnittlich jeweils ca. 128 Euro (32 Euro jährlich) als Spende überweisen[1]. Ob durch direkte Spenden der Rotarier oder Dritter oder durch Einnahmen aus Aktivitäten, ist den Clubs überlassen. Viele Freunde, aber auch neu eingetretene Mitglieder und neue Clubs hatten noch sehr wenig Gelegenheit, sich für PolioPlus zu engagieren. Insbesondere sie werden auch jetzt nochmals angesprochen. Auch die Distrikte können

sich mit bis zu 20 Prozent ihres DDF beteiligen (wird zurzeit um 50 Prozent von der Rotary Foundation aufgestockt).

Am Aktionstag „ Kampf gegen Kinderlähmung“am 24.10 2009 haben mehr als 960 Rotary Clubs in Deutschland ca. 2.500.000 Euro an Spenden gesammelt. Mehr als 90% der von Rotary in Deutschland bis zum 30. Juni 2012 zugesagten Spenden sind bereits aufgebracht.

Warum soll die Öffentlichkeit noch besser informiert werden?

Aus zwei Gründen:

1) Ausreichender Impfschutz ist für unsere Mitbürger, für Jung und Alt, für jeden von uns eine Notwendigkeit.

Der Schutz durch eine Impfung gegen Kinderlähmung hält nur 10 Jahre vor. Dann ist eine Auffrischung der Impfung erforderlich.

Nur so sind wir gegen eingeschleppte Polioviren geschützt.

Wie schnell erreichen wir heute Urlaubsziele wie z. B. Indien, und wie schnell kann von dort das Poliovirus eingeschleppt werden!

2) Denken Sie an Rotarys Image. Es gibt kein besseres Projekt, um der Öffentlichkeit zu zeigen, was Rotary ist und tut.

 

Aktuelle Informationen zur Kampagne unter www.polioplus.de.

Hans Pfarr PDG D. 1830

Challenge Coordinator Zones 14/19, National Advocacy Advisor Germany

Am Jausenteich 28 , 72458 Albstadt, T. 07431/ 4200,

E-mail hhpfarr@aol.com



[1] Der Durchschnittswert pro Mitglied ergibt sich aus der Rechnung: 200 Millionen US-Dollar geteilt durch ca. 1,23 Mio. Mitglieder bei einer Laufzeit von vier Jahren. Die Umrechnung in Euro erfolgte auf der Basis 1,27 Dollar je Euro.

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