Länderausschuß
Westafrikanische Staaten - Leitdistrikt 1860
Projekte Service Aus dem LA Vorstand Termine Archiv
Home Aktuell
R.D. Kongo: Erste EMAS - Brunnenbauer- und Wassertechnologie- Schule in Afrika  
Förster in der Wüste: Initiative stoppt erfolgreich Wüstenvormarsch  
Niger: Rotary Photo Essay - The Mean Season  
Niger: Hungersnot - aktuelle Berichte  
Home Termine

Zum Beauftragten des
Deutschen Governorrats
Internationaler Dienst
und Länderausschüsse

Jahresbericht 2005

Länderausschuss Deutschland – Frankophones Afrika

Leistdistrikt 1860


Der Länderausschuss Deutschland – Frankophones Afrika hat im Berichtszeitraum einer NGO Kontakte zum Zolldirektor in Dakar (Senegal) vermittelt zwecks Spenden.

Für Guinea wird von zwei Krefelder Clubs mit ihrem französischen Partnerclub ein ‚matching grant’ beantragt (Frauenprojekt, Landwirtschaft).

Projektunterlagen für weitere Projekte in der D. R. Congo und Guinea liegen vor.

Guinea-Projekte wurden ‚Population and Development Action Group’ und dem Distrikt zur Co-Finanzierung vorgelegt – ohne Erfolg.

In Senegal laufen Projekte für Familienplanung (+ Bereitstellung Ultraschallgerät).

Ein weiteres Projekt für Familiengesundheit, Familienplanung (+ sauberes Trinkwasser) ist im Antragsverfahren.

In Niger laufen Berufsausbildungsprojekte weiter.

Der Aufruf des Bundespräsidenten in der ZEIT vom 13.10.05 spricht uns aus dem Herzen. Bedenken sind allerdings angebracht bei Regierungsabkommen und anderen Absprachen unter Staatschefs, da die Wirkung auf ihre Landbevölkerung (ca. 80 %) gering sein dürfte.

Bei der LA-Sitzung am 19.11.05 in Müllheim im Beisein von Freund Richardsen ging es u. a. um den Spendenaufruf gegen die Hungersnot in Niger.

Der Governorrat hatte sich nicht entschließen können, den Aufruf zu unterstützen. Nach monatelangem Hin und Her wurde aus dem Aufruf ein Spendenaufruf des Leitdistrikts 1860. In der Zwischenzeit starben täglich Hunderte von Müttern und Kindern.

Durch Kurzreferate (bis Hamburg) und Versand von ca. 100 e-mails an Clubs bundesweit und Bitte um Mithilfe an die anderen LAs wurde eine Summe von ca. 25.000,00 Euro zusammengebracht, die von den Rotariern in Niamey für den dringendsten Bedarf an Lebensmitteln eingesetzt wurde (u. a. 20 t Reisankauf ), die im Beisein der Rotarier verteilt wurden.

Diese Aktion wurde unternommen, da der LA in Niger gute Erfahrungen mit einem ‚matching grant’ – Projekt gemacht hatte, der Ausschussvorsitzende der afrikanischen Gruppe vor Ort ist und maßgeblich PolioPlus für Afrika leitete und die Infrastruktur für effiziente Hilfe gegeben war.

Wir möchten allen Clubs und den Mitgliedern (Einzelspenden) danken, die sich von den Argumenten der Soforthilfe überzeugen ließen und viele Leben retteten.

An Nachhaltigkeit zu denken oder anderen Organisationen die Nothilfe zu überlassen, schien uns hier, bei der hohen täglichen Sterberate und den vorhandenen Eingriffsmöglichkeiten unserer Rotarier vor Ort, schon fast zynisch.

 

Der LA hat wiederholt auf die dramatische Situation in Afrika hingewiesen:

 

1.1997 bat er den Governorrat um eine nationale Hilfskampagne für Afrika durch einmalige (oder längerfristige) Mitgliedsbeiträge von 5,00 DM pro Rotarier.

 

2.1999 rief er zur Verbesserung der Grundbildung auf dem Lande auf. Er forderte eine Datenbank für bereits bestehende Projekte der RCs und Erfahrungsaustausch.

 

3.Seither geht es jedes Jahr um die gleichen Themen, die geduldig angehört werden, für deren Umsetzung aber weder vom Governorrat noch vom Leitdistrikt etwas unternommen wird.

Im Jahresbericht 2004 wurden nochmals viele Probleme Afrikas aufgezählt.

 

Es ist frustrierend festzustellen, wie wenig Bereitschaft besteht, diesem Kontinent zu helfen. Vorurteile, Verweis auf Kolonialerfahrung anderer Staaten, eine Neigung, tendenziell anglophone Länder zu bevorzugen und Projektabrechnungsprobleme mögen die Gründe dafür sein, dass Afrika in den Rotary Spendenaufkommen so wenig Berücksichtigung findet.

Die ‚Population and Development Action Group’hat viel bewirkt, aber die einseitige Ausrichtung der Themen nimmt nur einen Teil der afrikanischen Problematik ins Visier.

Es wäre wünschenswert, wenn diesem Kontinent nach der massiven Hilfe für Osteuropa wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt würde und sei es nur aus dem Grunde, dass dort die Bevölkerung aus überproportional vielen Jugendlichen besteht, die, wenn sie einmal aufbrechen, was im Zeitalter des ‚global village’ wahrscheinlich ist, Europa mit Millionen von illegalen Einwanderern beglücken und unsere Infrastruktur erheblich in Anspruch nehmen könnten. Zu verlieren haben sie, bei dieser Bevölkerungsexplosion, den diktatorischen oder pseudo-demokratischen Regimen, der Ethnienrivalität, dem Nepotismus, der misslungenen Staatswirtschaft (Staat als größter Arbeitgeber) und den armseligen Lebensbedingungen in Afrika, nichts.


Die ‚boat people’ aus Afrika, die über Nordafrika nach Europa drängen, sind nur als Vorhut eines größeren Aufbruchs zu betrachten.


30.Jun.2006


©