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Rotary Aktuell

Clubs am Ende der Welt

Rotary Aktuell - Clubs am Ende der Welt
Es ist ein ganz besonderes Naturschauspiel: Polarlichter über der Stadt Nuuk mit ihren beleuchteten Straßen und Häusern © mark malik nordlund madsen/lisa germany/guide to greenland

Was die Gründerväter um Paul Harris wohl dazu sagen würden? In mehr als 200 Ländern der Welt gibt es inzwischen Rotary Clubs. Die rotarische Idee hat sich in fast alle Winkel der Erde verbreitet. Wir stellen sechs abgelegene Clubs und ihre Aktivitäten vor.

01.01.2024

von Insa Fölster und Florian Quanz


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Nuuk / Grönland

Im ewigen Eis

Manchmal braucht es keine Worte, um die Faszination eines Ortes zu zeigen. Mads Nordlund benötigt ein einziges Foto, welches er per Mail verschickt. Polarlichter über der Hauptstadt Grönlands, Nuuk, fotografiert von seinem Sohn Mark Malik Nordlund Madsen. Doch Mads Nordlund kann nicht nur mit Fotos Menschen von seiner Heimat begeistern. Als Geschäftsführer von guidetogreenland. com bietet er auch ganze Reisen oder einzelne Aktivitäten auf der Insel an, die man bei ihm buchen kann. Mads Nordlund möchte aber nicht nur Touristen auf die größte Insel der Welt locken, er engagiert sich auch für seine Mitmenschen. So trifft er sich regelmäßig im Hotel Hans Egede mit rotarischen Freunden zum Meeting des Rotary Clubs Nuuk. Stolze 48 Mitglieder hat der Club. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass Nuuk keine 20.000 Einwohner hat, und der nächste Ort knapp 150 Kilometer entfernt ist.

"Wir haben eine Liste mit mehr als 20 genehmigten neuen Mitgliedern und nehmen jeweils vier Personen gleichzeitig auf", erklärt Nordlund. Um Nuuk die Zukunft Rotarys muss man sich somit keine Gedanken machen. Die Gründung eines Rotaract Clubs war bislang kein Thema in Nuuk. "Es würde zu große Überschneidungen mit Ladies’ Circle und Round Table geben", mutmaßt Nordlund. So fällt die Option, den rotarischen Nachwuchs, nach und nach in den Club zu integrieren, weg.

Dass sich der RC Nuuk für die gesamte Insel verantwortlich fühlt, zeigt ein aktuelles Projekt im Osten Grönlands. "Gemeinsam mit jungen Menschen haben wir eine Holzkirche renoviert. Es war uns wichtig, das Selbtwertgefühl der jungen Leute zu steigern und Ihnen zugleich handwerkliche Fähigkeiten mit auf den Weg zu geben", erläutert Nordlund. Auch wenn Nuuk im wahrsten Sinne des Wortes abgelegen liegt, der nächste Rotary Club, der RC Reykjavík, ist 1430 Kilometer entfernt, versteht sich der RC Nuuk als Teil einer großen Gemeinschaft und pflegt Kontakte zu Rotary in Dänemark. "Von dort gab es auch Unterstützung für unser Kirchenprojekt", berichtet Nordlund.

Da die Clubmitglieder nur schweren Herzens auf eine Clubreise verzichten können, haben sie ein Alternativprogramm. Zu Weihnachten und Ostern treffen sie sich zum gemeinsamen Dinner und einmal im Monat an einem Freitag mit Partnern.


St. John’s / Kanada

Vernetzung macht Rotary stark

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Blick auf St. John’s © Adobe Stock

Es schwingt Stolz mit. "Wir haben fünf Rotary Clubs in St. John’s. Rotary ist in unserer kleinen Stadt großartig repräsentiert", erklärt Clubpräsident Ron Burke. St. John’s ist die Provinzhauptstadt der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador und zählt knapp 110.000 Einwohner. Die Clubs sehen sich nicht in Konkurrenz zueinander, sondern bündeln lieber ihre Kräfte, um in der Stadt etwas zu bewegen. So haben sie gemeinsam den Rotary Sunshine Park angelegt, ein Naherholungsgebiet mit Wassersteg, einem Freizeitzentrum sowie einem Chalet, in dem man sich für Übernachtungen einmieten kann. "Wir haben das alles finanziert", erklärt Burke. Alleine schon weil Rotary Bestandteil des Parknamens ist, ist die rotarische Gemeinschaft präsent in der Stadt. 

"Im Juni veranstaltete unser Distrikt 7815 eine Distriktkonferenz in Moncton, New Brunswick, an der Rotarier aus vier kanadischen Provinzen teilnahmen. Es wird erwartet, dass unser Distrikt diese jährlichen Konferenzen fortsetzt, um die Zusammenarbeit, Vernetzung sowie den Austausch bewährter Praktiken und Initiativen innerhalb der Clubs unseres Distrikts zu fördern." Vernetzung wird großgeschrieben und ist wohl gerade dort wichtig, wo sie abgesehen von weiteren Clubs in der eigenen Stadt aufgrund weiter Entfernungen gar nicht so einfach ist.

Der Rotary Club St. John’s ist der älteste in dieser kanadischen Provinz und wurde bereits 1921 gegründet. Jeden Donnerstag treffen sich die Mitglieder, 60 sind es derzeit, um 13 Uhr im Capital Hotel an der Kenmount Road. Immer wieder mit dabei sind potenzielle neue Mitglieder. "Das ermöglicht ihnen selbst herauszufinden, ob Rotary zu ihnen passt." Es sei wichtig, einen guten Einblick in die rotarische ehrenamtliche Arbeit zu geben und zu verdeutlichen, was man für die Stadt und die Region leiste.

Der Schwerpunkt der Projekte liegt auf jeden Fall in der Region. Zuletzt unterstützte man eine lokale Organisation, die obdachlosen Veteranen ein Zuhause bietet. Dank der rotarischen Hilfe konnte ein Haus erworben werden, in dem Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden. "Unsere jetzige Hilfe beruht auf drei Säulen. Es werden neue Möbel zur Einrichtung finanziert, die Gestaltung eines Gemeinschaftsraumes bezahlt, der dann Rotary als Namensbestandteil tragen wird sowie Mietzuschüsse für Bewohner gezahlt. Im Club ist man sich einig, dass dies ein langfristiges Projekt werden soll. Das sollte für einen Club, der schon 103 Jahre existiert, kein Problem darstellen.


Fairbanks / Alaska 

In den Tiefen Alaskas

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Die Landschaft rund um Fairbanks mit ihren Seen und Bergen weiß zu beeindrucken. © Adobe Stock

Es ist eine stolze Zahl: 84. So viele Jahre alt ist der Rotary Club of Fairbanks inzwischen. Die Mittagsmeetings – der Club trifft sich jeden Donnerstag im Tagungscenter Westmark – sind stets gut besucht. Das verwundert kaum, der Club hat mittlerweile 95 Mitglieder. "Vier weitere Personen durchlaufen gerade unseren Aufnahmeprozess", erklärt Clubmitglied Jonal Lani Machos. Es gibt Mitglieder, die von sich aus auf den Club zugegangen sind und Interesse an einer Mitgliedschaft gezeigt haben. "Andere wiederum haben wir gezielt angesprochen. Meistens sind es Geschäftsbeziehungen, aus denen heraus neue Mitgliedschaften entstehen", sagt Machos. "Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass man in einer kleinen Stadt wie Fairbanks neue Mitglieder bereits vorher kannte."

Erwartungsvoll blicken die rotarischen Freunde auf den kommenden Mai. Dann wird ein mehrjähriges Projekt abgeschlossen. Ein großer Spielplatz wird fertiggestellt. Der Club investierte 500.000 Dollar. "Wir freuen uns schon, bei der Einweihung das Band durchschneiden zu können", erklärt Machos. Auch wenn aus alaskischer Sicht alles weit entfernt scheint, pflegt der Club eine intensive Partnerschaft mit dem Rotary Club San Ignacio in Belize und wird so dem internationalen Gedanken der rotarischen Gemeinschaft mehr als gerecht. Gegenseitige Besuche gab es in den vergangenen Jahren, die dann eine Clubreise ersetzt haben. Diese gehören nicht zum festen Jahresprogramm, dafür aber die Distriktkonferenz, auf der der Club stets gut vertreten ist. Die Reisen nach Belize verband man stets mit Projekten. So förderte der Club den Bau von Sanitäranlagen an mehreren Schulen in und um San Ignacio.


Helgoland / Deutschland

Kurs Nordwest

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Blick auf Helgoland © Adobe Stock

Sie liegt gefühlt vor unserer Haustür und ist doch so weit weg: die Insel Helgoland. Bis zu zweieinhalb Stunden brauchen die rotarischen Freunde des Rotary Clubs Helgoland per Schiff, wenn sie den nächstgelegenen Rotary Club ansteuern wollen. Der RC Cuxhaven liegt gut 60 Kilometer von der einzigen deutschen Hochseeinsel entfernt in Niedersachsen an der Nordseeküste.

Mit Corona ist generell die Tradition eines Clubaus flugs bei den Helgoländer Rotariern eingeschlafen. Sie soll aber wieder aufgenommen werden – gerne auch verbunden mit dem Besuch eines anderen Clubs, um Kontakte ans Festland zu verstärken.

Das Jubiläum des 30-jährigen Bestehens hat der Club gerade hinter sich. Vor 31 Jahren hat ihn der RC Schenefeld gechartert. Die Meetings finden in einem Restaurant statt. Während der Betriebsferien, die wegen des Saisonbetriebs auf der Insel auch schon mal mehrere Monate dauern können, weichen die Rotarier auf das Ladenlokal eines Freundes aus.

Derzeit hat der Club 25 Mitglieder und ein Ehrenmitglied. 1300 Menschen mit Erstwohnsitz leben insgesamt auf der Insel. "Wir sind ein überschaubarer Club, daher ist die Verbundenheit unter den Mitgliedern groß", sagt Clubmitglied Bärbel Wichmann und ergänzt: "Das drückt sich im Klima unserer Meetings aus, in dem, was wir regelmäßig als Feedback von unseren Gästen hören, aber ebenso bei der Umsetzung unserer Projekte. Unsere überschaubare Größe macht uns stark."

Nach mehreren "Einsätzen" zum Fundraising bei diversen Inselfesten haben die rotarischen Freunde zuletzt unter anderem für die örtliche Schule zwei Koffer der Rotary-Initiative End Plastic Soup gestiftet, in der sie sich engagieren. Außerdem fand ein gemeinsamer Ausflug mit Helgoländer Seniorinnen und Senioren zur Nachbarinsel, der Düne, statt. Mehr als 50 Teilnehmende machten die Veranstaltung zu einem schönen Erfolg. Diese Aktion findet seit einigen Jahren statt und ist schon eine Tradition. Daneben gibt es auch Projekte, die durchgängig laufen, wie das "Essen auf Beinen" für Senioren. Dabei wird das Essen per Handkarren geliefert. Ein Leuchtturmprojekt war auch eine Auszeit für 40 Betroffene des Hochwassers im Ahrtal. Unterstützung kam dafür vom RC Cuxhaven und dem RC Bad Neuenahr-Ahrweiler.

In der Ukraine-Hilfe hat der Club unter anderem mit dem RC Otterndorf zusammengearbeitet, dessen Mitglieder über direkte Kontakte verfügen. "Wir empfinden diese Zusammenarbeit als sehr bereichernd", sagt Bärbel Wichmann. 


Kiribati / Pazifik

Im Herzen des Pazifiks

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Kiribati © Adobe Stock

Der Distrikt 9920 umfasst die Hälfte von Auckland/ Neuseeland sowie das amerikanische Außengebiet Amerikanisch-Samoa und die pazifischen Nationen Cook-Inseln, Fidschi, Französisch-Polynesien, Samoa, Tonga und Kiribati. In diesem Gebiet gibt es 53 Rotary Clubs, von denen ein Drittel in den pazifischen Ländern angesiedelt ist. Einer davon ist der Rotary Club of Tarawa. Im Jahr 2019 wurde der Club auf dem Hauptatoll der Republik Kiribati gegründet und hat derzeit zehn Mitglieder. Dort, im Herzen des Pazifiks, wo sich der Äquator und die internationale Datumsgrenze kreuzen, hat der Club bislang die Umsetzung von Projekten im Wert von fast zwei Millionen Dollar unterstützt. Darunter das Projekt "Rotary Give Every Child a Future", in dessen Rahmen neue Impfstoffe und Verfahren eingeführt wurden, die alle 21 bewohnten Inseln der Gilbert-Inselgruppe betreffen.

Der Club ist ständig dabei, Projekte zu unterstützen, die auf die unmittelbaren Bedürfnisse von Gemeinwesen abzielen, und arbeitet unermüdlich daran, Partnerschaften aufzubauen und zu pflegen, die sich um lokale Herausforderungen kümmern und diese lösen können. Zu den aktuellen Projekten gehören der Versand von Containern mit Sachspenden, die Verteilung von 1404 Days-for-Girls-Kits und die Impfung für "Rotary Give Every Child a Future", die bereits im zweiten Jahr organisiert wird. Alle Projekte werden in Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen und staatlichen oder internationalen Organisationen sowie anderen Clubs auf die Beine gestellt. Der nächstgelegene Rotary Club ist allerdings weit weg. Rund 2230 Kilometer Luftlinie sind es von Tarawa bis zu den Fidschi-Inseln. Jährliche Clubreisen unternimmt der RC of Tarawa noch nicht.


Saint-Pierre et Miquelon / Französisches Überseegebiet

Meeting im clubeigenen Lokal

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Farbenfrohe Werbung in Blau und Gelb: In Saint-Pierre et Miquelon gehört das Clublokal dem Rotary Club. © RC of Saint-Pierre et Miquelon

Die kleine Inselgruppe mit 6000 Einwohnern östlich der kanadischen Küste, 25 Kilometer südlich von Neufundland, ist französisches Überseegebiet. Hier treffen sich jeden Mittwoch um 18.30 Uhr die Mitglieder des Rotary Clubs Saint-Pierre et Miquelon in ihrem Lokal, das dem Club selbst auch gehört. Aktuell gibt es 21 aktive Mitglieder, darunter sieben Frauen sowie zwei Ehrenmitglieder.

Den Club gibt es seit 1989. Er ist Teil des neuen Distrikts 7815, der aus dem Zusammenschluss von D7810 und D7820 im Jahr 2022/23 hervorgegangen ist. Dieser Distrikt umfasst die vier Atlantikprovinzen Kanadas: Neufundland, Nova Scotia, New Brunswick und Prince Edward Island.

Der Rotary Club Saint-Pierre et Miquelon ist der einzige französische Club in einem kanadischen Distrikt. Durch die gemeinsame französische Sprache und einen gemeinsamen historischen Hintergrund durch die akadische Geschichte ist der Club eng mit seinem Distrikt verbunden.

Im vergangenen Rotary-Jahr haben die Rotarier in Saint-Pierre et Miquelon 15 Aktionen organisiert, darunter Spenden und soziale sowie kulturelle Veranstaltungen. Die Mitglieder haben zum Beispiel an der Polio-Plus-Kampagne teilgenommen und ein Bingo-Event mit dem lokalen Radiosender organisiert. Außerdem richteten sie eine Bibliothek ein, die Kindern und Erwachsenen auf dem Stadtplatz kostenlosen Zugang zu Büchern bietet.

Aufgrund der Insellage arbeiten die Rotarier eher bei gemeinsamen lokalen Projekten mit örtlichen Serviceclubs und anderen Vereinigungen zusammen. Wenn sich jedoch die Gelegenheit ergibt, beteiligen sie sich gerne an Distrikt-Aktionen wie etwa dem Schüleraustausch.

Der nächste Rotary Club liegt 45 Flugminuten entfernt von Saint-Pierre et Miquelon in St. John’s/Neufundland. Die An- und Abreise zum und vom Archipel erfordert Zeit und Geld, sodass die Mitglieder generell keine jährliche Clubreise veranstalten. Stattdessen optimieren sie ihre gemeinsame Zeit als Rotarier, indem sie gesellige Runden veranstalten und auf ihre schöne Schwesterinsel Miquelon fahren. Normalerweise versuchen sie, an der Distriktkonferenz teilzunehmen, die ebenfalls einen Höhepunkt im rotarischen Jahr darstellt. Das wird in diesem Jahr ein besonderes Ereignis. 2024 wird die erste Distriktkonferenz in Saint-Pierre et Miquelon ausgerichtet, da der neue Governor des Distrikts 7815, Roger Sévigny, ebenfalls Mitglied des RC Saint-Pierre et Miquelon ist.


Shetland / Vereinigtes Königreich

Der raue Norden

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Shetlandinseln © Adobe Stock/Shaiith

Dort, wo die Nordsee auf den rauen Nordatlantik trifft, liegen die Shetlandinseln. Sie bilden den nördlichsten Teil des Vereinigten Königreichs. Wer von dort in die Hauptstadt London fliegen will, muss sich mehr als dreieinhalb Stunden in ein Flugzeug setzen. So abgelegen die Inselgruppe auch liegt, die rotarische Idee hat 1972 Fuß gefasst. In diesem Jahr wurde der Rotary Club of Shetland, der im Hauptort Lerwick zu Hause ist, gegründet. "Da der nächstgelegene Club 129 Kilometer entfernt ist, gibt es keine Aktivitäten mit anderen Clubs", erklärt Clubmitglied Susan Stout. Übrigens, der nächstgelegene Club befindet sich auch auf einer Insel, genauer gesagt auf der Insel Mainland, die zum südlich von den Shetlandinseln gelegenen Orkney-Archipel gehört.

Ebenfalls schwierig gestalten sich für die 17 rotarischen Freunde auf der Inselgruppe Clubreisen, weshalb sie darauf verzichten. Es sind vor allem die eigenen Charity-Aktionen, die den Club und seine Mitglieder zusammenhalten. So veranstalteten sie zuletzt ein Dinner in einem Restaurant im Ort. Mit den Einnahmen unterstützte der Club Wohltätigkeitsorganisationen auf der Insel. Den Mitgliedern ist es wichtig, auf der Insel präsent, also sichtbar zu sein. Vor allem, wenn sich hoher Besuch ansagt. Als Prinzessin Anne auf Shetland zu Besuch war, zeigte natürlich auch der Rotary Club Flagge. Und die Prinzessin ist mit den Idealen von Rotary bestens vertraut, immerhin ist ihr Bruder, König Charles III., Ehrenmitglied der rotarischen Gemeinschaft.


Die Präsenz im öffentlichen Raum ist aber auch wichtig, um neue Mitglieder zu werben. Das Potenzial ist auf der Insel natürlich begrenzt, umso größer sind die Anstrengungen der Mitglieder. "Wir haben einen Stand auf einer großen örtlichen Landwirtschaftsmesse, um für unseren Club zu werben", erzählt Stout. Das sei eine gute Gelegenheit, um mit anderen Insulanern ins Gespräch zu kommen. "Um Interessenten kümmert sich dann unser Clubsekretär." Auch wenn im Hauptort Lerwick gerade einmal knapp 7000 Menschen leben, kennt Susan Stout meist Neumitglieder im Vorfeld nicht. Die ungeschriebenen rotarischen Gesetze gelten auch auf Shetland.


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© Adobe Stock Photo


Florian Quanz arbeitet seit März 2021 als Redakteur beim Rotary Magazin. Zuvor war er Leiter des Manteldesks sowie Politik- und Wirtschaftsredakteur bei der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (HNA), einer großen Regionalzeitung mit Sitz in Kassel.
Copyright: Andreas Fischer